Auf eine Anfrage hin entwickelte ich gestern und heute folgende Gedanken:
Ich sehe es für die Biografie-Arbeit (wie auch sonst im Leben) als zentral an, so gut wie gerade möglich von dem auszugehen, was ist (bzw. war). Denn der rote Faden meines Lebens steckt ganz konkret in meinem Leben drin. Er ist da eingewoben. Nur nicht immer offensichtlich.
Und so sieht man im eigenen Leben manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Z. B. weil man innerlich zu nah dran ist, ununterbrochen ganz drin steckt.
Oder anders gesagt: noch nicht die Gelegenheit ergreift, sich nur auf einen Baum zu konzentrieren. Und ihn bis zum Wipfel zu erklimmen.
Wenn ich im Wald bin und Wege finden will, kann ich entweder da anfangen wo ich gerade bin (im obigen Sinne den nächst besten Baum nutzen), oder ich fange an herumzulaufen (was wir üblicher Weise tun), in der Hoffnung irgendwann per Zufall auf einen ausgeschilderten Weg zu kommen.
Das Herumlaufen hat vielleicht den Vorteil, dass man das Gefühl hat, man tut wenigstens was. Ansonsten könnte es aber auf Dauer ermüdend und verwirrend wirken.
Beschränke ich mich erst ein mal nur auf einen Baum, dann könnte mir der Gedanke kommen, dass ich ja auf meiner Suche innerhalb des Waldes gar nicht vom Fleck komme. Und zugleich kann das Klettern auch mühsam und vor allem ungewohnt sein.
Und wenn ich vom Wipfel aus in etwa die Form des Waldes (zumindest in der näheren Umgebung) erkannt habe, dann kann das auch einige Zeit auf dem Boden helfen sich zu orientieren.
Doch früher oder später wird man wieder auf einen Baum steigen. Und mit der Zeit bekommt man Übung im Erklimmen der Bäume. Auch Übung im Nutzen des Bildes, das man sich von da oben machen konnte.
Denn auch das Übertragen des Bildes aus der "Vogel"-Perspektive (oder Eichhörnchen-Perspektive) auf den Boden der Tatsachen (die sich mit jedem weiteren Schritt ein wenig ändern) will geübt sein...
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Samstag, 3. Januar 2009
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Sylvester / Neujahr
Unsere Geburt ist - meiner persönlichen Ansicht nach - ein Tod aus der vorgeburtlichen Welt (wie auch immer die sein mag) heraus. Unser Tod ist eine Geburt in die nachtodliche Welt (die den meisten menschen ebenfalls nicht bewusst zugänglich ist ohne ganz zu sterben). So gesehen fallen Tod und Geburt immer auf irgend eine Art und Weise zusammen. Und so erscheint es mir heute plausibel, wenn gesagt wird, dass der Todesengel und der Geburtsengel eigentlich ein und derselbe seien.
"In klein" kann man auch im Leben oft erleben, dass ein innerer Tod zugleich eine Geburt sein kann. Und in noch kleineren Häppchen dürfen wir das jedes Jahr zu Sylvester/Neujahr erleben üben, wenn quasi mit einem Schlag das alte Jahr endet und zugleich das neue anfängt.
Was ist ein Augenblick gegenüber einem Zeitraum von einem Jahr?
Auf diese Frage lassen sich wohl die verschiedensten Antworten finden... ;-)
Ich wünsche allen einen guten, sinnerfüllten Jahresrückblick
und ein gutes Loslassen und den Weg-freimachen fürs Neue (Jahr) !
Zu obigen Gedankengängen bekam ich heute diese Frage gestellt:
"mhh also meinst du eigentlich dass das neue jahr wie eine wiedergeburt ist wo man am anfang noch keine fehler gemacht hat sondern alles erst noch passiert?"
Diesen Gedanken hab ich beim Schreiben nicht im Hinterkopf gehabt aber unter dem Aspekt ist es auch lohnenswert das zu betrachten!
Man könnte ja meinen, das neue Jahr sei wie eine weiße Leinwand auf der man nun Tag für Tag ein paar Pinselstriche machen könne und am Ende des Jahres wäre das Bild fertig.
Aber ganz weiß ist das neue Jahr ja nicht : je nach dem wie man gelebt hat bestimmen mehr oder weniger "Dinge" aus der Vergangenheit auch die Gegenwart die wir dann vorfinden.
Man kann also nur teilweise bei"Null" anfangen und ich persönlich glaube, dass es ähnlich bei der Wiedergeburt ist. Manches, was wir als gegeben vorfinden oder was uns als fremd oder als Schicksalsschlag erscheint, hat seine Ursache in dem, was wir in vorherigen Leben gedacht, getan und gelassen haben.
Wenn wir immer wieder neu aus allem versuchen das gerade Bestmögliche zu machen, schaffen wir uns für die Zukunft mehr Freiheit, machen wir unsere nächtsten "Leinwände" immer weißer und großflächiger...
"In klein" kann man auch im Leben oft erleben, dass ein innerer Tod zugleich eine Geburt sein kann. Und in noch kleineren Häppchen dürfen wir das jedes Jahr zu Sylvester/Neujahr erleben üben, wenn quasi mit einem Schlag das alte Jahr endet und zugleich das neue anfängt.
Was ist ein Augenblick gegenüber einem Zeitraum von einem Jahr?
Auf diese Frage lassen sich wohl die verschiedensten Antworten finden... ;-)
Ich wünsche allen einen guten, sinnerfüllten Jahresrückblick
und ein gutes Loslassen und den Weg-freimachen fürs Neue (Jahr) !
Zu obigen Gedankengängen bekam ich heute diese Frage gestellt:
"mhh also meinst du eigentlich dass das neue jahr wie eine wiedergeburt ist wo man am anfang noch keine fehler gemacht hat sondern alles erst noch passiert?"
Diesen Gedanken hab ich beim Schreiben nicht im Hinterkopf gehabt aber unter dem Aspekt ist es auch lohnenswert das zu betrachten!
Man könnte ja meinen, das neue Jahr sei wie eine weiße Leinwand auf der man nun Tag für Tag ein paar Pinselstriche machen könne und am Ende des Jahres wäre das Bild fertig.
Aber ganz weiß ist das neue Jahr ja nicht : je nach dem wie man gelebt hat bestimmen mehr oder weniger "Dinge" aus der Vergangenheit auch die Gegenwart die wir dann vorfinden.
Man kann also nur teilweise bei"Null" anfangen und ich persönlich glaube, dass es ähnlich bei der Wiedergeburt ist. Manches, was wir als gegeben vorfinden oder was uns als fremd oder als Schicksalsschlag erscheint, hat seine Ursache in dem, was wir in vorherigen Leben gedacht, getan und gelassen haben.
Wenn wir immer wieder neu aus allem versuchen das gerade Bestmögliche zu machen, schaffen wir uns für die Zukunft mehr Freiheit, machen wir unsere nächtsten "Leinwände" immer weißer und großflächiger...
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Donnerstag, 4. Dezember 2008
Schicksal? Zufall?
Heute begegnete mir die Ansicht, dass "Schicksal" - abgeleitet von dem Wort "Schicksalsschlag" - immer etwas unangenehmes sei. Das schien mir in sich nachvollziehbar aber beleuchtete den Begriff zum Wort "Schicksal" extrem einseitig (eben nur von der "dunklen" Seite her). Darauf antwortete ich ohne lange zu überlegen:
"Schicksal soll nur das unangenehme und schmerzliche sein? So höre ich das heute zum ersten Mal! Wenn mir etwas sehr Beglückendes widerfährt kann das genau so Schicksal sein!
Im Wort "Schicksal" schwingt für mein Empfinden mit, dass etwas aus einem größeren, mir noch nicht durchschaubaren aber mit meinem Leben direkt verbundenen Zusammenhang heraus passiert. Ich ahne zumindest, dass es etwas mit meinem Leben zu tun hat.
Bei "Zufall" fällt meist auch die Ahnung weg. Es sei denn, man ahnt von woher einem etwas zu gefallen ist.
An sich ist das Wort "Zufall" immer ein Ausdruck dafür, dass man die Ursachen/Anlässe so wenig kennt, dass man meinen könnte, es gäbe keine.
So kommt es nicht nur im äußeren Leben darauf an, was man aus dem macht, was einem begegnet - auch Begriffe muss man nicht so hinnehmen wie man sie sich früher mal gebildet hat. Seine Begriffe bewusst und sorgfältig bilden, DAS ist Bildung. Nicht das Konsumieren von vorgekautem fast-food-mäßigem Wissen!"
"Schicksal soll nur das unangenehme und schmerzliche sein? So höre ich das heute zum ersten Mal! Wenn mir etwas sehr Beglückendes widerfährt kann das genau so Schicksal sein!
Im Wort "Schicksal" schwingt für mein Empfinden mit, dass etwas aus einem größeren, mir noch nicht durchschaubaren aber mit meinem Leben direkt verbundenen Zusammenhang heraus passiert. Ich ahne zumindest, dass es etwas mit meinem Leben zu tun hat.
Bei "Zufall" fällt meist auch die Ahnung weg. Es sei denn, man ahnt von woher einem etwas zu gefallen ist.
An sich ist das Wort "Zufall" immer ein Ausdruck dafür, dass man die Ursachen/Anlässe so wenig kennt, dass man meinen könnte, es gäbe keine.
So kommt es nicht nur im äußeren Leben darauf an, was man aus dem macht, was einem begegnet - auch Begriffe muss man nicht so hinnehmen wie man sie sich früher mal gebildet hat. Seine Begriffe bewusst und sorgfältig bilden, DAS ist Bildung. Nicht das Konsumieren von vorgekautem fast-food-mäßigem Wissen!"
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