Heute fand ich einen Gedanken von Wilhelm Foerster , der aus seiner Sicht auf die Frage nach der Wärme bzw. dem Feuer in der Erkenntnis zu geht.
Dass im geistig reinen Sinne das ursprüngliche Feuer der sexuellen Befruchtung auch etwas mit Erkennen zu tun haben könnte, legt die Bibel nahe, wenn es immer wieder heißt: "...er erkannte sein Weib".
Rudolf Steiner machte darauf aufmerksam, dass auch das hellinistische "Erkenne dich selbst" nicht im heutigen Sinne einer unentwegten Nabelschau, sondern im Sinne einer geistigen Befruchtung durch Erkenntnis auch anderer Wesen und Gegebenheiten gemeint gewesen sei.
Insofern es in erster Linie um Wahrheitsfindung geht, kann ich das in sofern direkt nachvollziehen (auch wenn es kaum nur so gemeint war), dass das sich üben im Wahrheitserkennen allgemein auch helfen kann, sich selbst gegenüber nicht mehr so stark im Wege zu stehen.
Das andere ist, dass durch das Erkennen der unendlich reichhaltigen Wirklichkeiten auch leichter der entsprechende Reichtum und die vielseitig differenzierten Welten der eigenen Seele und des eigenen Geistes erkennbar werden. Und dass und wie im Grunde alles miteinander zusammen hängt.
Dabei trotz aller Begeisterung, aller Wärme und allem Feuers Nicht-Gewalt zu üben (in der Biografie-Arbeit auch sich selbst und seinem Schicksal gegenüber) kann mir Mahatma Gandhi nahelegen (dessen Lebenslauf mir ebenfalls "zufällig" in letzter Zeit mehrfach "über den Weg" lief). Und erst jetzt wird mir deutlich, dass zwischen Nicht-Gewalt-Widerstand und "passivem Widerstand" ein großer Unterschied besteht, den selbst gute Freunde Gandhis nicht gleich begriffen.
In der Nicht-Gewalt geht es in erster Linie um das sich ganz und gar Verlassen auf die Wahrheit als die umfassendste und größte (Liebe-)Macht überhaupt. Das aber bedeutet auch ein innerlich (und manchmal auch äußerlich) sehr aktives und unablässiges Streben nach Wahrheit. Während passiver Widerstand eher ein Ausssitzen und eher lau ist und zudem allein darin begründet sein kann, dass man zufällig in der Lage ist, keine den Waffen des Feindes entsprechenden Machtmittel zur Verfügung zu haben.
Rainer Schnurre macht auf feine Gewalt-Aspekte auch im Geistigen und im Zwischenmenschlichen aufmerksam (z.B. in einigen seiner Veröffentlichungen).
Aus innerem Wärmequell konnte ich anderen gegenüber oft sehr geduldig sein. Mir selbst gegenüber jedoch im Verhältnis dazu erstaunlich ungeduldig. Die Biografie-Arbeit hilft mir erkennen und üben, meine Ungeduld in Geduld umzuwandeln, meine seelsich-geistige Gewalt mir und meinem Leben gegenüber in schöpferische Kreativität umzuschmelzen.
Das braucht natürlich seine Zeit. Und so ist es gut sich speziell für die Biografie-Arbeit mehr Zeit zu nehmen als bei Seelsorge oder psychologischer Therapie dafür zur Verfügung stehen kann.
Erstaunlich kann dann sein, dass auch nach Pausen von Wochen oder Monaten die innere Wärme wieder da sein kann, dass dann bei der Arbeit neu ein inneres stilles Feuer entzündet werden kann.
Zumindest kenne ich solche Erfahrungen aus der Biografie-Arbeit in der direkten Begegnung. Ob das über das recht kühle Medium des Bildschirms annähernd möglich werden kann, wird sich herausstellen müssen. Es würde mich nicht wundern, wenn es dann eine andere Qualität haben würde.
Die Übungs-Frage "ist es so?" kann auch hier durchaus hilfreich sein.
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Dienstag, 4. November 2008
Freitag, 31. Oktober 2008
Warum tut Liebe so weh? Hat keiner eine Antwort darauf?
Nach dem letzten Blog-Eintrag hier ging ich mit der Feuer-Weisheits-Frage zu Bett.
Des morgens fiel mir ein Kunstbuch ins Auge und als ich es aufschlug war ich über eine Ikonendarstellung überrascht: ...himmlische Weisheit im "Feuermantel" (siehe Foto)
Feuer hat mit Wärme und Verwandlung, mit Durchgang zu tun (warum springen Kröten freiwillig ins Feuer?), aber auch mit Schmerz.
Und so passt vielleicht auch folgendes dazu:
Eine junge Frau hat per PC auf ein s/w-Bild in ihrem Bilder-Video geschrieben: "Warum tut Liebe so weh? Keiner hat eine Antwort darauf!"
etwas von dem, was mir dazu in den Sinn kam, habe ich ihr als Kommentar aufgeschrieben und vermute, dass das auch hier ein, zwei Menschen ein wenig interessieren könnte..... :
ich selbst denke, dass es Antworten auf die Frage gibt, warum Liebe bzw. das, was man heutzutage alles dafür hält, weh tun kann...
....nur, wie bei allen Warum-Fragen, kann man auch hier auf jede Antwort wieder eine neue Warum-Frage stellen...
...mit Warum-Fragen allein kommt man daher nicht zu tiefgründig letzten Antworten...
...früher war es üblich zu jemandem, den man so mochte, dass es weh tun konnte, zu sagen "ich mag dich LEIDEN"...
...wer mag heute noch leiden wenn er an Liebe denkt? Wird nicht oft durch Werbung und Hollywood-Filme suggeriert, dass die große Liebe das Paradies auf Erden sei, das endgültige Ende von Schmerz und Leid? Und dass Leiden und Schmerz mit Misserfolg gleichzusetzen sei, mit einem eigentlich unakzeptablen Zustand?
Wer wird sich dieser Gehirnwäsche bewusst und wer wehrt sich dagegen?
Anstattdessen halten viele diese Sichtweise für unausweichlich und naturgegeben und leiden unter dem Schmerz und dem Leid mehr als nötig, fügen sich selbst zusätzlich Schmerz und Leid zu und machen sich selbst kaputt...
...es kann auch eine Versuchung sein in seinem Schmerz und seinem Leid zu schwelgen...
...das Risiko dabei ist, dass man das Augenmaß verliert (oder erst gar nicht gewinnt) und dass man dem Schmerz und dem Leid einen Teil ihres Sinns und Zwecks raubt: für wichtige Zusammenhänge und Aufgabenstellungen wach zu machen...
...mein Schmerz ist - bildlich gesprochen- mein Zeigefinger, der auf etwas hinweist...
...wenn ich mich nur mit dem Zeigefinger an sich beschäftige oder ihn beseitigen will, weil der ständig ausgestreckte Finger mich stört, fängt er mich irgendwann an zu nerven und vor allem verhindere ich selbst dass er mir das bringt, was er bringen könnte....
...ich weiß selbst, dass Schmerz aufgrund enttäuschter Sehnsüchte und Hoffnungen nicht so leicht zu entziffern ist, wie ein einzelner, klar in eine Richtung ausgestreckter Zeigefinger...
...trotzdem möchte ich im Nachhinein selbst die mich fast in den Wahnsinn treibenden Schmerzen in meinem Leben, denen gegenüber rein körperlich verursachte Schmerzen eine Kleinigkeit sind, nicht mehr ungeschehen machen, nicht nur wegen dem, was ich dadurch (mühsam) erkennen und lernen durfte, sondern auch wegen der Erfahrung, dass es tief in meiner Seele einen Kern gibt, der, wenn ich es nur will, alles durchsteht und durch das nüchterne Durchleben des Schmerzes und des Leides gestärkt und geläutert weiter besteht.
Ich bin lebend Tode gestorben, dadurch ist mir eine Gewissheit erwachsen, die einem niemand durch Erzählen oder logisches Denken vermitteln kann, die Gewissheit dass das wesentlichste in mir, das was wirklich wichtig ist durch den Tod hindurch weiter geht, durch Weiterverwandlungen hindurch weiter besteht und schon unfassbar lange vor diesem meinem jetzigen Leben bestanden hat...
...die Seele kann so weit werden, dass sie Sterne und Sonnen in sich vereinigt, sie kann sich aber auch so stark zusammenziehen, dass sie leicht durch ein Nadelöhr hindurch passt...
...der Schmerz ist immer auch eine Übung für die Seele sich klein zu machen (wodurch dann vieles im Verhältnis dazu gewaltig Groß erscheinen kann)...
...kann aber auch zusätzlich eine Chance sein mehr als nur den Schmerz wahr zu nehmen, den Schmerz quasi als ein sich öffnendes Fenster zu nutzen, dass den Blick auf etwas eröffnet, was wir ohne diesen Schmerz nicht erkennen können, was aber auch nicht der Schmerz selbst ist...
...daher macht es mich immer traurig, wenn ich sehe, das ein Mensch am Schmerz nur leidet und er nicht an innerem Gewinn mitnehmen kann was er mitnehmen könnte, würde er seinen inneren Blick nicht auf das Leiden am Schmerz fixieren...
...es gibt zwei Extreme:
1. - den Schmerz möglichst ganz verhindern oder eliminieren zu wollen
2. - im Schmerz zu verharren, in ihm bzw. im Leiden an ihm zu schwelgen und dieses Leiden sich so anstauen zu lassen, dass man darin zu ertrinken droht
Zwischen diesen beiden Extremen mitten hindurch (und nicht kopfmäßig drüber hinweg) gibts einen jeweils ganz persönlichen, schmalen Goldenen Mittelweg - so man ihn denn geht...
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Montag, 27. Oktober 2008
Weisheit des Feuers?

Es ist doch immer wieder neu erstaunlich, wie man durch aktuell offene Fragen auf Dinge und Erscheinungen aufmerksam wird, die man ansonsten höchstens seinem Kurzzeitgedächtnis überlassen hätte...
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So kam ich heute dazu, durch die Gedanken zur Wärmequalität der Erkenntnisdynamik obiges Foto zu machen (mit dem ich keine Werbung machen möchte, da ich den Inhalt des im Schaufenster beworbenen Buches nicht ein mal entfernt kenne!).
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Aber, so frug ich mich nach dem Lesen des Plakates, wie hängen Weisheit des Feuers und Wärme der Liebe im Erkennen zusammen (bzw. wie unterscheiden sie sich)?
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Darüber geh ich jetzt erst ein Mal schlafen....
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