Donnerstag, 30. September 2010

"Lebenslauf" einer Rose

Gottes Sonne schenkt den grünen, oft unbeachteten, vielen nur langweilig erscheinenden Blättern neben den harten Dornen Licht und Wärme und Kraft...
....irgendwann werden die Blätter kleiner, verkümmern fast, richten sich gar nicht mehr der Sonne entgegen, bilden abgekapselten Innenraum....
....dieser bekommt aus den Blättern entlang des schmalen Dornenweges weiterhin Licht,Wärme und Kraft der Sonne...
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...bis eines Tages da soooo viel drin ist, dass es einfach herausplatzen muss:
und es wird offenbar, wie der Dornenweg Licht und Wärme und Kraft
verwandelt hat in eine liebevolle Zartheit der Blätter, in eine Farbe,
die die Seele anrührt, in einen Duft der zu Herzen geht,
in eine Rosenblüte die auch allein einen ganzen Garten
zu schmücken vermag, wenn sie nicht mehr anders kann
als sich selbst mit den Gaben Gottes zu schmücken.... :-)
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Da mögen gern die kommen, die nach Seiner Sonne tanzen um sich zu orientieren, und nun die Möglichkeit zur guten Frucht, zur guten Saat fleißig von Rose zu Rose, von Garten zu Garten tragen: viele kleine muntre Bienen.
.J.Matthias Hesse

Dienstag, 28. September 2010

Die 4 Temperamente in den vier "Jahreszeiten" des Lebens

Wenn man sich jeweils viele Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Alte Erwachsene auf Temperamente hin anschaut kann man entdecken, dass jedes dieser 4 Lebensalter sein Schwerpunkt-Temperament hat (natürlich gehören immer alle 4 in jedes Alter!)


Die Sanguinik der Kinder ist für viele wie mit Händen zugreifen.
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In der Weltschmerzphase, im Ü b e r g a n g von der Kindheit zur Jugend, gibt es auch tiefste Melancholie (und die statistisch meisten Suizide), die jedoch sowohl sanguinisch als auch mit einer eigenen Cholerik auftreten kann.
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Aber erblühte Jugend selbst ist voller Idealismus, voller Tatendrang und darf auf eine Weise in "heiligen" Zorn und Empörung geraten, wie es für einen Erwachsenen nicht mehr angemessen wäre.
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Aus innerem Feuer heraus die Welt für sich zu erobern und zu verändern, würde ich als Cholerik ansehen (deren Schatten z.B. ein unangemessener Wutanfall ist).
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Leider wird diese wunderbare Jugendqualität durch gesellschaftliche Systemschwächen in Schule und Arbeitsmarkt oft unterdrückt oder gebrochen, so dass es dann in Autoagression oder in körperliche Gewalt umschlägt.

Wer die Ausbildung hinter sich hat und im Beruf steht, wer Familie hat, der kommt nicht klar, wenn er zu sanguinisch lebt, wen er zu impulsiv entscheidet, wenn er etwas Angefangenes nicht über Monate und Jahre durchhält und durchträgt und er treu an langsamen Veränderungen arbeitet, die in vielen kleinen Schritten bestehen.
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Dabei besteht die Gefahr philiströs und spießbürgerlich zu werden, die eigenen feurigen Ideale der Jugend zu vergessen oder gar zu verraten, Wohlstand über aktiven Geist zu stellen und sich zu sehr in seichteren Wiederholungen wohl zu fühlen.
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So gesehen würde ich der Zeit zwischen Jugend und Alter eher das Phlegma zuschreiben.

Was man alles erlebt und getan und gedacht und unterlassen hat im Laufe von vielen Jahrzehnten, fängt man erst mit dem sich ankündigenden Alter an richtig zu verarbeiten, zu durchdenken, durchsinnen, durchzuempfinden, aus dem Überblick heraus viele sinnige Zusammenhänge zu entdecken und Lebensweisheit echt gelebt zu vertiefen.
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Das kann zu seelisch-geistiger Tiefe und Weite des Hezens führen die einen besonderen Glanz den Augen verleiht, eine Klarheit die ohne Worte durch mehrere Dimensionen gleichzeitig blickt, eine Gediegenheit, die nur erwachsen kann, wenn so mancher innere Tod gestorben wurde, wenn man nicht nur mit dem Kopf weiß, dass da etwas Ewiges in einem Selbst und im Leben ist, das durch alle Tode hindurch dasjenige "Gold" bleibt, dass es schon zuvor in der Ewigkeit war.
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Wo so viel Licht sein kann, kann natürlich auch viel Schatten sein: Alte Menschen können besonders schwermütig werden.
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So sehe ich im Alter die Kontraste dessen, was mit Melancholie zu tun hat.

Um es zusammenfassend zu charakterisieren:
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-Die Sanguinik bringt das Kind von alleine naturgemäß mit (natürlich mit individuellen Nunacierungen).
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-Idealismus, Revoluzzertum, Tatendrang etc. der Jugend kommt noch einigermaßen wie eine Naturgewalt von selbst daher. Hier steht aber schon einiges in der Selbstverantwortung des Jugendlichen.
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-Erwachsenwerden heisst dann ganz selbsteverantwortlich werden, selbstverantwortet als Persönlichkeit wachsen und reifer werden. Je älter man wird, um so weniger passiert das von alleine. Logischer Weise. Erwachsenwerden hört eigentlich nie auf. Idealer Weise zumindest.
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-Wer spätestens im Übergang zum Greisenalter nicht aktiv die positive Seite der Melancholie in die Hand nimmt und sich übt sie einzusetzen, der rutscht später nur all zu leicht in die Schattenseiten der Melancholie und wird dann, statt zum seelisch-geistigen Segen nur noch zu Last für sich und andere.

Montag, 27. September 2010

Herbst: eine warmherzig-melancholische Jahreszeit. Seelisch-geistiges Erntedankfest.

Bei dem Wort Melancholie denken wir leicht an Schwermut und bei dem Wort Schwermut leicht an Depression. Ich sehe da - aus eigenen Erfahrungen heraus - Unterschiede....:

Jeder seelisch halbwegs normale Mensch hat alle vier Temperamente in einem wechselnden Mischungsverhältnis in sich: Melancholie, Phlegma, Sanguinik und Cholerik

wesentlicher Kern einer g e s u n d e n Melancholie ist vor allem das tiefschürfend-fragende, detaildurchleuchtende kristallklare Denken

eine mit ihrem typischen "Eigengewicht" empfindbare, temporär auftauchende Spur von Schwermut kann durchaus zur Melancholie gehören, ohne dass man sich schon als krankhaft melancholisch bezeichnen müsste

von der Schwermut zu unterscheiden wären dann verschiedene Formen der Depression (das auszuführen will ich mir und uns hier ersparen)

Schwermut ist eine Art innerer Druck der durch ein Schwere-Empfinden entsteht - "Depression" ist dem Wort nach aber Drucklosigkeit, also tendenziell eher schwerelos.

von der Fehleinschätzung, jegliche Schwermütigkeit wäre an sich schon etwas ungesundes, sollte man sich nicht depressiv machen lassen ;-)
durch eine Depression schwermütig zu werden kann hingegen eine ganz gesunde Reaktion der Melancholie auf die Depression sein

und wer sich von der still sprechenden Schwere der Schwermütigkeit leiten lässt, kommt vielleicht schneller mitten durch die Depression hindurch, als wenn er eines der anderen Temperamente künstlich aufzuputschen versucht um damit gegen die Depression anzukämpfen

da dieses "gegen" ins Leere gehen muss, denn Depression ist kraftmäßig gesehen "leere Luft" und ein cholerisches oder sanguinisches "gegen" die Kraft-Leere eher noch mehr zum Erleben bringt

Mittwoch, 22. September 2010

Wie reich ist Deine Seele!

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Reich mir deine Hand, leih mir dein Ohr:
gleich einem Land kommt deine Seele mir vor.

Es spiegeln in den Seen sich Sonne und Sterne.
Und an den Bergmassiven gewittert es so gerne!

Dort in der lichten Weite am Meer....
...weht erfrischend frei der Wind umher...

Die Bäume blühen; ihr Laub vergeht.
Wenn Jahre gehen - Dein Stern besteht!

© J.Matthias Hesse

Montag, 31. Mai 2010

Vorurteile, Erlebnisbeschreibung, Wahrheitsfindung

Vor(zeitige)urteile sind meiner Ansicht nach lebensnotwendig. Ich kann nicht immer warten, bis ich mir ganz sicher sein kann, nun das einzig der Wahrheit vollkommen entsprechende Urteil fällen zu können.
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Zudem komme ich oft zu einem reifen Urteil gar nicht ohne anfängliches Urteilen.
Da Wahrheit meist viele Seiten und Ansichten hat, muss ich gezwungener Maßen den Weg um die Wahrheit rundherum beschreiten und Ansicht um Ansicht einehmen und (zumindest anfänglich) beurteilen. Erst aus einer Gesamtschau können sich alle Ansichten gegenseitig ergänzen und korrigieren.
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Ob unser Kopf (halbwegs) rund ist, um ihn, ähnlich wie eine 360°-Kinokugel, für ganzheitliche Wahrheitsfindung nutzen zu können?
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Zur richtigen Zeit und am richtigen (ineren) Ort sind Vorurteile - als Arbeitshypothese gesehen - etwas gutes, ja: notwendiges!
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Schwierig kann es werden, wenn ich aus dem Bewusstsein verliere, dass ich mir "nur" ein Vor(läufiges)urteil gebildet hatte. Und dann in Versuchung gerate damit so umzugehen, als sei es ein endgültiges Urteil. Woraus dann die nächste Versuchung erwachsen kann, dass ich es (vielleicht auch ohne es mir recht bewusst zu machen) wie ein Dogma einsetze.
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Daran kann man sehen, das etwas Gutes nicht immer Gut sein muss. Dass es nur dann gut ist, wenn es zur richtigen Zeit am richtigen Ort im richtigen Maß zur Wirkung gebracht wird.
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Das kann man auch bei Kindern lernen. Was gut und richtig ist einem Kind mit 3 Jahren vorzuleben kann schon 2 Jahre später etwas daneben sein. Und nochmal einige Jahre später sogar völlig kontraproduktiv wirken.

Das ist Leben. Das ist Weg. Beides kann uns zur Wahrheit führen. Christus ist selbst alles drei (laut der "Ich-Bin-Worte" des Johannesevangeliums).
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Die innere Gewichtung dieser drei zueinander fällt uns oft ähnlich schwer wie unser Denken, Fühlen und Wollen so aufeinander abzustimmen, dass ein richtiger Dreiklang entsteht.
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Ob man wohl in Erlebnissen mit Kindern auch einen Anklang vom größten aller Dreiklänge heraushören oder herauslasuchen kann? Einen zarten Anklang von (Gott)Vater, (Seinem)Sohn und (Heiligem)Geist ...?
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Wenn man möglichst auf Vor(läufige)urteile verzichten üben will, bieten sich tatsächliche Erlebnisse wunderbar dazu an, sie z.B. so gewissenhaft wie möglich interpretationsfrei zu schildern (alles, was einem an Interpretation "in den Fingern juckt" kann man ja sepparat formulieren). Dieser freie Verzicht auf alles was im Erlebnis nicht tatsächlich erlebt wurde/wird, gehört zu den Fingerübungen der Biografie-Arbeit.

Freitag, 29. Januar 2010

Das göttliche "Kindlein" im anderen


Zufällig erfuhr ich kürzlich aus der Erzählung einer 14 Jahre älteren Schwester, dass wir 1963 in Jesulo (nördlich von Venedig) waren. Dort erlebte ich was in die "Weihnachtsgedanken 2008" einfloss.

bei dem Ortsnamen `Jesulo´ musste ich wieder an untenstehenden Text von vor über einem Jahr denken und dachte: `wie passend zur Intention der Geschichte`

so hat sich nun von außen her biografisch gerundet (sicherlich nicht abgeschlossen) was etwa 12 Monate zuvor innerlich aufleuchtete:


Einst lag ein blondgelocktes Kindlein gebettet zwischen Himmel und Erde in einer Hängematte. Es badete mit Leib und Seele in der sommerlich warmen Luft und im mediterranen Licht der Sonne, im zarten Rauschen der fernen Strandungswellen, genoß mit jeder Faser seines Körpers den herzhaften Duft sonnenerwärmter Piniennadeln auf dem sandigen Boden und vermeinte tief-verträumt, das Zirpen der Grillen käme vielleicht aus Duft und Hitze. Denn es wusste noch nichts von den Grillen (der Menschen).
Plötzlich sah es sich von schwarzhaarigen Menschen mit braunen, vom Leben gezeichneten Gesichtern umgeben. Kaum dass sie das Kindlein erblickten, verschwand alle auf ihnen lastende Schwere des Alltages. Sie wurden hell und fröhlich, als sei in einem jeden von ihnen das eigene verborgene Kindlein erweckt worden.
Ihre reine Freude, die aus weiten Herzen strömte und ihre sehr lebendige Begeisterung teilten sie den beiden Eltern des Kindleins in Worten einer fremden Sprache mit.
Doch das Fremde, das sonst ja so leicht die Menschen voneinander zu trennen vermag, schmolz im sonnigen Licht der gemeinsamen Freude schnell und fast unmerklich dahin.
Das Kindlein aber freute sich, dass es durch sein bloßes so-Sein seinen lieben Eltern zu einer großen Freude verholfen hatte.

So wie damals jenen Italienern das kleine blonde Kind, so möge das Fest des Christ-Kindleins uns, die auch wir vom Leben gezeichnet sein dürfen, Freude bescheren! Auch Freude darob, dass Christus in unserem Herzen das Gefühl für unser eigenes himmlisches Kindlein zu wecken vermag.

Wie ich mich als dieses Kindlein gefühlt habe, das kann ich auch entdecken, wenn ich mich z.B. an kleinen Kindern freue, mich mit ihrer Hilfe erinnere, wie ich damals war. Oder z.B. wenn ich mich dann - so weit wie möglich zurückerinnere und mich frage: wie habe ich in dem damaligen Kleinkind-Sein mich selbst empfunden, mich, der ich all dieses wahr nahm?

Beides wurde mir zu Weihnachten 2008 geschenkt!

Zum erste mal in meinem Leben hatte ich ausdrücklich geplant Weihnachten mehr meditativ und aus diesem Grunde ganz allein zu feiern. Dass ich unversehens am 23. in die Weihnachtsfeier des Dorfes und anschließend in die Weihnachtsfeier in der Familie von Kristjan und Katri geriet, sah noch so danach aus, als ob sich günstig das Gemeinschaftliche von allein vor die Weihnachtszeit füge.

Kaum hatte ich am 24. meine Hausarbeit abgeschlossen, klopfte es aber an der Tür. L., die direkte Nachbarin, stand mit 2 Töchtern in der verschneiten Dunkelheit, wünschten mir gesegnete Weihnachten und überreichten mir kleine Geschenke. Zudem luden sie mich zu ihnen zum reichhaltigen Abendessen ein. Kaum 10 min. darauf traf ich in ihrer sehr einfachen, ärmlichen Behausung ein (4 Erwachsene und 5 Kinder wohnen in 3 kleinen Räumen und einer Küche, die nicht groß genug ist dass ein Esstisch für alle hineinpassen würde).

Nebst der stillen Herzlichkeit der Gastgeberin leuchteten vier Kleinkindaugen fast wie funkelnde Sterne – die äußere Ärmlichkeit bei weitem überstrahlend. D. ist 3 2/3 Jahre und E. wird am 30.12. 1 Jahr alt. Mit ein paar einfachen spielerischen Bewegungen ließen sie sich jauchzend vor Glück machen. Und der Kleinen offensichtliches Glücklichsein hob die allgemeine Stimmung und einte alle z. T. doch sehr unterschiedliche Menschen im Raum.

Durch die Beschäftigung mit der künstlerischen Biografie-Arbeit fiel mir am 25.12. meine wohl „jüngste“ Kindheitserinnerung wieder ein. Entgegen den Gepflogenheiten in der Biografiearbeit habe ich sie für diesen Sternpost-Brief nicht als reines Erlebnis aufgeschrieben sondern bewusst auf mein Weihnachtsthema hin ausgemalt. Auch die Skizze, mit der ich mich der Idee näherte, bevor ich sie in Worte fassen konnte, stellt zum Glück nicht die fotografische Wirklichkeit dar. Und ist vielleicht doch in gewissem Sinne der Wahrheit näher....


Wenn vom alten weisen Evangelisten Johannes überliefert ist, dass er täglich der Gemeinde mit Herzblut die Worte gab „Kindlein, liebet einander“, dann kann sich das für uns mit unseren heutigen Ohren entweder leicht kindisch oder auch leicht herablassend anhören.

Seit heute glaube ich mit innerlich jubelnd-lichter Klarheit, dass er meinte, dass das „Kindlein“ in uns (unser eigentlicher ewiger Wesenskern, unsere innerste Sonne) das „Kindlein“ im Menschenbruder erkennen und lieben möge. Notfalls auch durch alle äußere Ärmlichkeit und Unvollkommenheit hindurch. Aber wohl auch durch allen äußeren Erfolg, Glanz und Reichtum hindurch.

Und auf der Grundlage dieses Erkennens und Liebens des innersten und ewig Göttlichen im anderen durch eben selbiges in mir bekommen auch die Worte „Friede den Menschen die eines guten Willens sind“ eine tiefere Lebenswirklichkeit, eine tragende Lebenskraft!

Samstag, 24. Oktober 2009

Schweinegrippe, Impf-Wahn, Pandemie-Panikamche

Impfen gegen "Schweinegrippe" ? ...wenn man sich nicht bange machen lässt und ruhig über verschiedenes nachdenkt und sich aus verschiedensten Quellen Infos holt, dann entdeckt man mehr als in den Nachrichten gebracht wird, z.B.: schon bei der sog. "Spanischen Grippe" von 1918 starben ausgerechnet solche Menschen, die zuvor an den Massenimpfungen teilgenommen hatten (das Muster der Ausbreitung folgte zeitlich und zahlenmäßig ebenfalls den Impfungen und nicht den Gesetzmäßigkeiten einer Seuche). Daran kann man merken: durch Un- und Halbwahrheiten wird in der Welt viel unnötige und krankmachende (und teilweiseTod-bringende) Angst unter den Menschen erzeugt.
Aber wenn Menschen sich aufraffen, da Licht hineinzubringen und den Mut haben wirklich nach Wahrheit zu suchen, dann arbeiten sie vorbeugend für die Gesundheit der Menschen.

Wer wirklich auf Gott und alle die ihm dienen vertraut, hat weniger Angst. Und wer weniger Angst hat, ist deutlich weniger anfällig für Viren (und Bakterien) jeglicher Art. Das war schon im Mittelalter bei der Pest so: die Menschen die ohne Angst tagtäglich Pestkranke pflegten wurden selbst nicht krank! Und damals waren die hygienischen Zustände sehr viel schlechter als heutzutage!!! Dass Viren und Bakterien nicht wie im PC einfach wirken können, nur weil sie da sind, sondern erst dann krankmachend werden, wenn das biologische Körpermilieu ihnen das ermöglicht, ist eigentlich nicht neu.

Aber: wenn das Allgemeinwissen würde, ständen die Impfstoffhersteller (ihrem Gefühl nach) vor dem Konkurs! Und der weltweite politische Skandal wäre perfekt, da die Tricks der Produzenten ans Licht der Allgemeinheit kämen und deutlich würde wie Presse und Politiker darauf eingestiegen sind. Wie viel Milliarden Steuergelder wurden für Impfstoffe allein in Deutschland verschwendet????

Zur allgemeinen Schadensminimierung sollten sich möglichst wenige Menschen das Gift-Zeug
spritzen lassen! Erst recht nicht die Kranken und Schwangeren!
In Schweden haben die Impfungen begonnen, und prompt treten teils sehr starke Nebenwirkungen auf: www.schweinegrippe-h1n1.seuchen-info.de

Gunther Tietz. Wann ist irgendwann?

Liebgewordener Gunther,
„irgendwann zurück!“ steht auf deinem blauen Ordner. Ein Pappschnellhefter aus den 70er Jahren. Ein schnelles Manuskript, aber nicht von Pappe?

„Leseexemplar“
Arbeitstitel:
a u t h e n t i s c h
oder:
Was Leben ist.

Wann ist „irgendwann“? Nach 30 Jahren?
16 Jahre nach deinem irdischen Leben?
Ein Leben, das dir mehr war als ein Hobby!

„irgendwann zurück!“ – aber du gingst so schnell. Schnell voraus. Schneller als deine Worte, nein, die Schichten von Feinfühligkeiten bei mir ankommen. Denn nun erst fangen sie an in mir aufzublättern wie eine Knospe die gereift ist zum Auf-Blühen.

Beschwingt wie ein Blatt im Wind (Blütenblatt?) möchte ich dir vorlesen. Beschwingt vorlesen, wie du eurer damals verstorbenen Lehrerin in deinem Zimmer vorgelesen haben magst. Beschwingt lesend in meiner stillen Kammer. Dem Rhythmus auch lauschend meiner Herz-Kammern.

Verstorbener Lehrer? Was konnte dein Lachen meinem Herzen lehren? Dein einzigartiges lachen, das aus einem zarten Blätterteig unzähliger Feinfühligkeitsschichten besteht (ja, du lachst, lachst immer noch und dein Lachen ist eingeschrieben, mir hinter die Ohren). Von welchen Sternen kündete die sich in deinem Lachen überschwenglich verschenkende Flut klar und zugleich zart funkelnd-leuchtender Sternschnuppen, die es selbst in einem mitternachtsdunklem Gemüt mit einem mal morgensternhell werden lassen konnten?

„irgendwann zurück!“ – Nun erst sickert langsam ein lebendiger Geist dessen, was toter Schreibmaschinenbuchstabe mir damals geben sollte.

Hab ich damals überhaupt alle Buchstaben gelesen? Heute kommt mir nur einiges wiedererkannt vor. Die fliegende Mary. Und: „Biographie“.

„Für Matthias.“ So fängt dein Inseltagebuch an: „Meine Einsamkeit“.
Darum wohl gabst du es mir mit nach Hause. Ich ahne nur zart, dass ich es las.
Warum du es für mir gewidmet hattest steht im Manuskript, war aber dann doch für eine eventuelle Veröffentlichung nicht vorgesehen.

„Meine Einsamkeit“. So könnte ich meine Gegenwart betiteln. Wird sie zum „irgendwann“ auf einem „Insel“-Ort, dessen Umraumgebärde ich damals in einer Deutschklausur (Thema: Goethes Faust, 2. Teil) in einem inneren Bild empfand ?

Wie sehr hab ich mich damals über Post, über etwas schriftliches von dir gefreut! Egal ob du in Kassel oder weit weg warst.

Bist du nun beides gleichzeitig? Freust dich mit mir am Schreiben?

Die Freude am Schreiben.
1978 fing sie bei mir an. Oft zaghaft und doch auch: nicht zu stoppen. Zu bremsen schon. Gebremst etwas, als einer auftaucht, der das so viel besser kann. Aber meine Liebe zum Wort wuchs u.a. auch an den Strahlen deiner Sonne. Langsam. Olivenbaummäßig? „irgendwann“. Zu dir zurück.

Nun sitze ich, dem Himmel näher als damals, und lese und schreibe. Streich(el)t unmerklich dein Zuhören das meine? Beschwingen von innen her deine Feinfühligkeitsschichten sternschnuppenlicht-zart mein tastendes Schreiben?

„irgendwann zurück!“. Wohin zurück steht dort nicht. In die Vergangenheit zurück? In die Zukunft zurück? In welchem der Himmel schwingt deine Zukunft? H.IV (5. Himmel) da du durch HIV so früh himmels-flügge wurdest?

Jesus war kaum älter, als er sich am Kreuz seiner Zeit für die Menschen hingab.

Schmetterling des jenseits – wer verteidigt dich?

Nur wenig Kokon hat dein Geschriebenes hinterlassen. Aber: authentisch gesponnener faden. Seidenhülle eines „komplizierten Lachens“, das vieles so scheinbar einfach zu machen vermochte. Dein lachen: einmalig. Und unvergesslich. Das Titschen eines geschickt geworfenen Steines auf der Oberfläche der Wasser war darin ebenso wie die Stille des Tiefen Wassers, die kein Wässerchen trüben kann. Und: Spannung. Ein großer Spannungsbogen zwischen selbigen Gegensätzen. In kleine Lichtfunken hinein-portioniert. „Hier und Jetzt!“ Und zugleich wie aus einer anderen, insgeheim gekannten Welt, wie kleine tropische Früchte aus einer ganz anderen Zeit.

Anders als dein Lachen: aber aus einer anderen zeit kommst du mir jetzt auch entgegen.
Wie viele Leben hab ich gelebt? In den letzten 28 Jahren? Drei oder vier?

Entgegen kommst du mir jetzt durch andere Menschen. Per Internet. Zwei derer, die dich dort suchten und mehr Glück hatten, als der Mann, dem Mary ein zweites Leben geschenkt hatte.

Drei haben sich gefunden. Virtuell, noch etwas jenseits der Realität. Das Grab deines irdischen Körpers wartet wohl schon länger auf Besuch. Vielleicht treffen wir uns eines Tages zu dritt.

Und: Gedenk mal. Statt Grab mal. Für die, die im Internet nachgraben: g.t. !
Eine virtuelle Gedenk-mal-Seite. Wie man das heute so macht. Vielleicht eine Spur anders. Leider noch weiter weg vom Himmel als ein Friedhof. Oder näher dran: am Puls der Zeit, am Herz derer, die nach g.t. graben.

Schwingt mein Herz sich auf, schwingt es sich um so näher heran an die Himmel, an deine Herzschwünge?

Aus welch unirdischen Blüten nippt ein Schmetterling des jenseits köstlichen, feinsten Nektar?

„Verteidigung der Schmetterlinge“.
Schmetterlings-licht entschlüpftest du vor sechzehn Jahren dem kokon.
Wer hat dich verteidigt?

Sicherlich Christine Brückner . Sie schrieb an dich.

Nein, ich möchte nicht deinen Kokon verteidigen.
Aber wie dich, du im "irgendwann", unterwegs zum "nirgendwann"?

Schreiben? ...mit viel Raum zwischen den Zeilen. Auch Zeitraum. Jede Formulierung ein Kokon. Wer erkennt den Schmetterling, der entflatterte, wieder?

Der, der mit den Schmetterlingen tanzt?

Lachen. Leben. Tod. Und : Schreiben!
Deine großen Themen. Menschen. Und: die Liebe.

Montag, 19. Oktober 2009

Anklage des eigenen Herzens (bei seelsorgerisch Tätigen)







Gut 21 Jahre nach dem mein Vater durch seinen Tod ging, entdecke ich
mir bis dahin unbekanntes aus seinem Leben.

Für eine Ansprache an seine Seelsorgerkollegen schrieb er (etwa Mitte/Ende der 1970er Jahre) ein Konzept das mir vor ein paar Tagen in die Hände fiel und mich sehr berührte:



"Im 3. Kapitel des 1. Johannesbriefes, in den Versen 18-21 steht zu lesen: " Lasset uns nicht Lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit!
Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor Ihm damit stillen, daß, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz.
Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir Zuversicht zu Gott, und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen. " Amen.

Liebe Schwestern und Brüder! "Wenn uns unser Herz verdammt." - das ist ein schlimmer Zustand.
Werden wir von einem anderen angeklagt, werden Vorwürfe gemacht, so ist das auch nicht gerade angenehm. Besonders wenn er im Recht ist. Aber damit werden wir, je nach dem Grad unserer Empfindlichkeit, mehr oder weniger schnell fertig. Da kann man sich verteidigen, kann erklären und entlastende Argumente bringen. Damit können wir umgehen und die Sache zieht vorbei, wie eine Regenwolke im Sommer.

Das alles ist aber viel schwieriger, wenn es unser eigenes Herz ist, das uns verklagt oder gar verdammt. Das geht nicht immer so schnell vorbei. Aus dieser dunklen Wolke entwickelt sich gern eine ausführliche, triste Regenzeit.

Was geht da in uns vor? Unser Herz verklagt und verurteilt uns. Wir können es auch "Gewissen" nennen, am Ausdruck liegt nicht viel. Wesentlich ist, daß wir uns dabei selbst gegenüber stehen, uns beobachten und beurteilen.

Für den Verfasser dieses Briefes ist das für den Christen ein normaler Zustand. Ein Zustand, den er für gefährlich hielt, sofern einer darin stecken bleibt.

Es sind also zwei Stimmen in uns. Die eine klagt an, die andere verteidigt. Wir sind dabei innerlich wie zerspalten.
Eine Stimme in uns sagt: Mit dir ist nicht viel los. Deine Schwächen schießen ins Kraut. Deine Liebe meint mehr dich selbst und weniger die anderen. Dein Einsatz ist dementsprechend dürftig.
Und wenn die andere Stimme uns verteidigt und einen Punkt der Anklage entkräftet, dann hat die erste Stimme gleich den nächsten Punkt bereit; vergleicht uns etwa mit Kollegen, die ganz andere Dinge schaffen.

Das kann so lange weitergehen, bis die erste Stimme, die uns verdammt, die Oberhand gewinnt. dann heißt es: Du hast restlos versagt! Du bist nichts wert! Und dann ist die Freude im Eimer. Traurigkeit und Niedergeschlagenheit beherrschen das Feld. Wir werden immer mutloser, denn nichts läuft mehr richtig. Immer schwieriger wird es mit den Kontakten mit anderen - die Isolation wächst.

Ist diese Situation uns wirklich fremd?

Ich wage die Vermutung, daß Menschen unseres Standes, betraut mit Aufgaben an Kranken und alten Menschen, für den Sieg der Anklage des eigenen Herzens recht anfällig sind.
Das hat mit Sicherheit mehrere Gründe.
Nur zwei seien angedeutet:
Das liegt wohl einmal an der Struktur unserer Arbeit - an der dauernden Überforderung durch eine viel zu große Anzahl von zu betreuenden Menschen.
Das liegt zum anderen an unserem Kirchen- und theologiegeschichtlichem Herkommen. Das Mittelalter hat auch etwas von Freude und Liebe gewußt. Aber die zitternde Furcht überwog. Die große Angst vor der ewigen Verdammnis war ständig präsent. Damals entstand das Buß-Sakrament. Bußpredigten und Selbstkasteiungen gab es die Menge. Und den Ablaß. Schwere dunkle Wolken lagen über der Christenheit des Abendlandes.
Die Reformation ist nur zu verstehen als Protestbewegung gegen diese Verkehrung der frohen christlichen Botschaft und Grundhaltung.

Es ist zu fragen wie weit die Reformation sich mit ihrem guten Anliegen in uns hat durchsetzen können. Allerdings auch danach, wo sie über ihr Ziel hinausgeschossen ist.

Liebe Schwestern und Brüder
Die meisten von uns, wohl alle, sind zu unserer Tagung gekommen um zu lernen. Um zu erfahren wie man hilfreicher umgehen und Kontakt aufnehmen kann mit schwerkranken, entmutigten Menschen.
Aber was nützt das beste Können und das eingeübteste Wissen eines Seelsorgers - solange dieser mühsam lebt unter dem Verdammungsurteil seines Herzens?
Da muss man immer wieder heraus! Aber wie?

Die Beichte und die Absolution können sehr hilfreich sein. Sie bleiben in ihrer Bedeutung unangetastet.
Doch hier wird uns eine andere Möglichkeit aufgetan: Wir hörten zunächst davon, daß zwei Stimmen in uns sind. die eine klagt an, die andere verteidigt. Aber viel wichtiger ist es, und damit ist der Apostel bei seinem Hauptanliegen - daß wir der verdammenden Stimme in uns nicht hoffnungslos ausgeliefert sind.

Da ist eine dritte Stimme, die in wirkungsvoller Weise vor Gott auf das Herz Einfluß nehmen kann.


Ich will versuchen sie durch ein Erlebnis näher an das, was hier gemeint ist, heranzuführen.

Vor 10 Tagen war ich im eigenen Wagen unterwegs nach Bonn im Streckenabschnitt vor Köln. Enge, alte Autobahn, ohne Standstreifen, starker Regen und starker Verkehr auf beiden Fahrspuren und abendliche Dunkelheit. Alle fuhren schnell und mit zu geringem Abstand.
Da flackert am Armaturenbrett ein rotes Warnsignal auf im Bereich Öldruck.

Schnell auf den nächsten Parkplatz. Motor abgestellt. Nichts Auffälliges ist auszumachen. Ich starte. Der Motor läuft normal durch. Aber das Warnsignal flackert wieder auf. Möglichst langsam rollen wir auf den nahen Rastplatz, zur Tankstelle. Der Tankwart prüft den Ölstand - alles okay. Auch sonst findet er nichts. Meint, ich könne ruhig weiterfahren.

Also heraus aus der Tankstelle, aber noch auf dem Rastplatz rumpelt es plötzlich im Wagen. Mein Beifahrer sagt: "Jetzt ist der Motor hin!"
Aber dem war nicht so, sondern der Schlauch in einem Reifen war kaputt und so gab es einen Platten. Also: Reifenwechsel. Und weiter!

Und dann die große Verwunderung. Denn das Warnsignal flackerte nicht mehr und hat sich seitdem nicht wieder gezeigt.

Nicht auszudenken was hätte geschehen können, wenn ich ungewarnt mit 120 Stundenkilometern in der Situation auf der Autobahn weitergefahren wäre!

Die Reifen sind an das Warnsystem nicht angeschlossen.

Mein Beifahrer hat das rote Licht auch genau gesehen, sonst würde ich denken können, ich hätte Halluzinationen gehabt.

Sie werden verstehen, daß ich in den folgenden Tagen dankbar und oft all den merkwürdigen Bewahrungen und wunderbaren Fügungen meines Lebens gedacht habe - bis zurück in Krieg und Gefangenschaft. Dabei wurde mir klar, daß ich bereits jahrelang über ein Hauptthema
meditiere. Genauer daß es in mir meditiert. - Meditiert über Gottes Liebe und deren Wirkungen im eigenen Leben.

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Der Apostel Johannes sagt: "Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind und können unser Herz vor ihm damit stillen, daß, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz!"

Wir werden als solche angeredet, "die aus der Wahrheit sind".

Wir gehören also zu den Menschen, denen der Heilige Geist die Augen des Glaubens dafür öffnet, daß die Liebe Gottes in Jesus Christus uns erschienen ist - uns gilt - in Zeit und in Ewigkeit. Daß wir erhört und angenommen sind.

Das ist die gute, frohe Botschaft für alle. Aber dem Apostel ist damit noch zu wenig gesagt, daß Gott uns geliebt hat. Er geht einen Schritt weiter, wenn er im selben Brief schreibt "Gott ist Liebe".

Martin Luther hat das so gelesen: "Wollte einer Gott malen, er müßte einen Abgrund von Feuer malen - einen glühenden Backofen voll lauter Liebe."

Ich war in diesem Jahr oben auf dem Ätna in Sizilien, daher liegt mir grad nah Gott mit einem Berg voll glühender Liebe zu vergleichen. Aus diesem Berg, wenn ich kurz bei diesem Bilde verweilen darf - sprühen Funken, spritzen hinein in die Welt und auch in Dein und mein Leben.

Dieses persönliche Erleben kann uns das christliche Mysterium sehr viel näher aus dem Kopf an die Haut bringen. Daß wir dessen ganz froh und gewiß werden. Wir gehören auf die Seite des Siegers. - und damit das -oft angeschlagene und angeklagte- Herz stillen.
Daß wir immer wieder seelsorgerlich mit uns selbst reden, neues Vertrauen und Zuversicht in uns aufrichten.

So können wir mit Gottes Hilfe heraus finden aus dem gefährlichen Zustand der Selbstverdammung.

Und damit verändert sich die Lage. Eine stille Freude lässt die Traurigkeit schwinden. Das Selbstverständnis normalisiert sich. Die Isolation weicht zurück. Neue Kontakte werden möglich. Der Kreislauf der Liebe zwischen Gott, uns und dem Nächsten kann wieder fließen.
Amen.

Dieser Text war 2009 etwa 31 oder 33 Jahre alt. Er war eine handschriftliche Vorkonzeption. Ganz sicher hat mein Vater sie nicht wortwörtlich abgelesen sondern vor den Zuhörern aus dem Moment heraus den Inhalt freier gestaltet. In diesem Sinne hab ich mir erlaubt an ganz wenigen Stellen kleine Formulierungsverbesserungen einzuarbeiten ohne den Sinn seiner Gedanken zu verändern.
"

Samstag, 3. Januar 2009

Bildhaftes Gleichnis für Biografie-Arbeit

Auf eine Anfrage hin entwickelte ich gestern und heute folgende Gedanken:

Ich sehe es für die Biografie-Arbeit (wie auch sonst im Leben) als zentral an, so gut wie gerade möglich von dem auszugehen, was ist (bzw. war). Denn der rote Faden meines Lebens steckt ganz konkret in meinem Leben drin. Er ist da eingewoben. Nur nicht immer offensichtlich.


Und so sieht man im eigenen Leben manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Z. B. weil man innerlich zu nah dran ist, ununterbrochen ganz drin steckt.

Oder anders gesagt: noch nicht die Gelegenheit ergreift, sich nur auf einen Baum zu konzentrieren. Und ihn bis zum Wipfel zu erklimmen.

Wenn ich im Wald bin und Wege finden will, kann ich entweder da anfangen wo ich gerade bin (im obigen Sinne den nächst besten Baum nutzen), oder ich fange an herumzulaufen (was wir üblicher Weise tun), in der Hoffnung irgendwann per Zufall auf einen ausgeschilderten Weg zu kommen.

Das Herumlaufen hat vielleicht den Vorteil, dass man das Gefühl hat, man tut wenigstens was. Ansonsten könnte es aber auf Dauer ermüdend und verwirrend wirken.


Beschränke ich mich erst ein mal nur auf einen Baum, dann könnte mir der Gedanke kommen, dass ich ja auf meiner Suche innerhalb des Waldes gar nicht vom Fleck komme. Und zugleich kann das Klettern auch mühsam und vor allem ungewohnt sein.

Und wenn ich vom Wipfel aus in etwa die Form des Waldes (zumindest in der näheren Umgebung) erkannt habe, dann kann das auch einige Zeit auf dem Boden helfen sich zu orientieren.

Doch früher oder später wird man wieder auf einen Baum steigen. Und mit der Zeit bekommt man Übung im Erklimmen der Bäume. Auch Übung im Nutzen des Bildes, das man sich von da oben machen konnte.

Denn auch das Übertragen des Bildes aus der "Vogel"-Perspektive (oder Eichhörnchen-Perspektive) auf den Boden der Tatsachen (die sich mit jedem weiteren Schritt ein wenig ändern) will geübt sein...

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Sylvester / Neujahr

Unsere Geburt ist - meiner persönlichen Ansicht nach - ein Tod aus der vorgeburtlichen Welt (wie auch immer die sein mag) heraus. Unser Tod ist eine Geburt in die nachtodliche Welt (die den meisten menschen ebenfalls nicht bewusst zugänglich ist ohne ganz zu sterben). So gesehen fallen Tod und Geburt immer auf irgend eine Art und Weise zusammen. Und so erscheint es mir heute plausibel, wenn gesagt wird, dass der Todesengel und der Geburtsengel eigentlich ein und derselbe seien.
"In klein" kann man auch im Leben oft erleben, dass ein innerer Tod zugleich eine Geburt sein kann. Und in noch kleineren Häppchen dürfen wir das jedes Jahr zu Sylvester/Neujahr erleben üben, wenn quasi mit einem Schlag das alte Jahr endet und zugleich das neue anfängt.
Was ist ein Augenblick gegenüber einem Zeitraum von einem Jahr?
Auf diese Frage lassen sich wohl die verschiedensten Antworten finden... ;-)
Ich wünsche allen einen guten, sinnerfüllten Jahresrückblick
und ein gutes Loslassen und den Weg-freimachen fürs Neue (Jahr) !

Zu obigen Gedankengängen bekam ich heute diese Frage gestellt:
"mhh also meinst du eigentlich dass das neue jahr wie eine wiedergeburt ist wo man am anfang noch keine fehler gemacht hat sondern alles erst noch passiert?"
Diesen Gedanken hab ich beim Schreiben nicht im Hinterkopf gehabt aber unter dem Aspekt ist es auch lohnenswert das zu betrachten!
Man könnte ja meinen, das neue Jahr sei wie eine weiße Leinwand auf der man nun Tag für Tag ein paar Pinselstriche machen könne und am Ende des Jahres wäre das Bild fertig.
Aber ganz weiß ist das neue Jahr ja nicht : je nach dem wie man gelebt hat bestimmen mehr oder weniger "Dinge" aus der Vergangenheit auch die Gegenwart die wir dann vorfinden.
Man kann also nur teilweise bei"Null" anfangen und ich persönlich glaube, dass es ähnlich bei der Wiedergeburt ist. Manches, was wir als gegeben vorfinden oder was uns als fremd oder als Schicksalsschlag erscheint, hat seine Ursache in dem, was wir in vorherigen Leben gedacht, getan und gelassen haben.

Wenn wir immer wieder neu aus allem versuchen das gerade Bestmögliche zu machen, schaffen wir uns für die Zukunft mehr Freiheit, machen wir unsere nächtsten "Leinwände" immer weißer und großflächiger...

Sonntag, 28. Dezember 2008

Das Dynamische Tierkreiszeichnen

Das Dynamische Tierkreiszeichnen war vor ca. 25 Jahren noch eine reine Meditationsübung und lief auch noch nicht unter der heutigen Bezeichnung.

Inzwischen ist es zusätzlich Anregungshilfe zum Wecken bzw. Fördern künstlerischen Empfindens und wird auch therapeutisch eingesetzt.

In der Biografie-Arbeit kann es von allen Dreien etwas haben. Zunächst liegt aber der Schwerpunkt auf dem Anregen in einem selbst schlummernder künstlerischer Wahrnehmungsfähigkeiten.

Sind diese angeregt und lebendig handhabbar, dann helfen sie grundlegend beim Umgang mit
den eigenen Erlebnissen. Sowohl beim Durcharbeiten und Erforschen von Erinnerungen als dann mit mehr Übung auch in konkreten Situationen drin.

Da ich das z.Z. eh täglich übe, hab ich mir gedacht, ich könnte euch ja mal eine kleine Übung nebenher mit dem Handy aufzeichnen.

Als allererste Anleitung würde das noch nicht ausreichen. Aber vielleicht vermittelt es wenigstens einen ungefähren Eindruck, was man beim Dynamischen Tierkreiszeichnen äußerlich
sichtbar tut.

Das Eigentliche, das Wesentliche passiert natürlich im eigenen Erleben der Bewegungen und der unterschiedlichen Dynamiken in den Bewegungen.

Das Ziel ist also nicht das sichtbare Endergebnis. Die Sichtbarkeit ist nur eine gute Korrekturhilfe für einen selbst während man IN der Bewegung ist.

>>Hier gehts zum kleinen Video <<

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Dienstag, 16. Dezember 2008

Woraus besteht das Leben?

Obiger Frage begegnete ich vorhin in einem Internetforum. Meinem Eindruck nach wurde sie von einem älteren Jugendlichen gestellt. Er hat sich dort den Nicknamen "Zipp" gegeben. Ich antwortete darauf wie folgt:

>>Das Leben besteht aus eigenen Erlebnissen. Zu welchem Kunstwerk sie sich im Laufe der Jahrzehnte zusammenfügen, kann man meist leider erst im eigenen Leben erkennen, wenn man schon älter ist.
Viele träumen von dem, was sie mal machenwollen oder könnten wenn.... Oder beschäftigen sich andauernd mit dem, was gestern oder letztes Jahr war oder wünschenswert gewesen sein könnte, wenn...
Das (und dazu eine gewisse, heute oft übliche gedankliche Oberflächlichkeit) kann dazu führen, dass man über seine Erlebnisse hinweg huscht, dass man sie gar nicht voll und ganz erlebt...
...auch meinen viele, nur das wäre ein Erlebnis, was so besonders wäre, wie z.B. irgendein Angeber in der Klasse von sich erzählt hat oder wie es in den großen Filmen oder in "geilen" PC-Spielen zu sehen ist. Und halten dann ihre eigenen Alltags-Erlebnisse für nicht wertvoll.
Damit lassen sie sich aber einen großen Teil ihres Lebens abzocken!<<

eine humorvoll bebilderte Homage an "Desiderata"