Donnerstag, 29. Mai 2014

wie setzt "phänomenologisches Arbeiten" an?

"Die folgenden Worte Goethes bezeichnen in schöner Art den Ausgangspunkt eines der Wege, auf denen das Wesen des Menschen erkannt werden kann:
«Sobald der Mensch die Gegenstände um sich her gewahr wird, betrachtet er sie in bezug auf sich selbst; und mit Recht, denn es hängt sein ganzes Schicksal davon ab, ob sie ihm gefallen oder mißfallen, ob sie ihn anziehen oder abstoßen, ob sie ihm nützen oder schaden. Diese ganz natürliche Art, die Dinge anzusehen und zu beurteilen, scheint so leicht zu sein, als sie notwendig ist, und doch ist der Mensch dabei tausend Irrtümern ausgesetzt, die ihn oft beschämen und ihm das Leben verbittern. – Ein weit schwereres Tagewerk übernehmen diejenigen, deren lebhafter Trieb nach Kenntnis die Gegenstände der Natur an sich selbst und in ihren Verhältnissen untereinander zu beobachten strebt: denn sie vermissen bald den Maßstab, der ihnen zu Hilfe kam, wenn sie als Menschen die Dinge in bezug auf sich betrachten. Es fehlt ihnen der Maßstab des Gefallens und Mißfallens, des Anziehens und Abstoßens, des Nutzens und Schadens. Diesem sollen sie ganz entsagen, sie sollen als gleichgültige und gleichsam göttliche Wesen suchen und untersuchen, was ist, und nicht, was behagt. So soll den echten Botaniker weder die Schönheit noch die Nutzbarkeit der Pflanzen rühren, er soll ihre Bildung, ihr Verhältnis zu dem übrigen Pflanzenreiche untersuchen; und wie sie alle von der Sonne hervorgelockt und beschienen werden, so soll er mit einem gleichen ruhigen Blicke sie alle ansehen und übersehen und den Maßstab zu dieser Erkenntnis, die Data der Beurteilung nicht aus sich, sondern aus dem Kreise der Dinge nehmen, die er beobachtet.»

Auf dreierlei lenkt dieser von Goethe ausgesprochene Gedanke die Aufmerksamkeit des Menschen. Das erste sind die Gegenstände, von denen ihm durch die Tore seiner Sinne fortwährend Kunde zufließt, die er tastet, riecht, schmeckt, hört und sieht. Das zweite sind die Eindrücke, die sie auf ihn machen und die sich als sein Gefallen und Mißfallen, sein Begehren oder Verabscheuen dadurch kennzeichnen, daß er das eine sympathisch, das andere antipathisch, das eine nützlich, das andere schädlich findet. Und das dritte sind die Erkenntnisse, die er sich als «gleichsam göttliches Wesen» über die Gegenstände erwirbt; es sind die Geheimnisse des Wirkens und Daseins dieser Gegenstände, die sich ihm enthüllen.
Deutlich scheiden sich diese drei Gebiete im menschlichen Leben. Und der Mensch wird daher gewahr, daß er in einer dreifachen Art mit der Welt verwoben ist. – Die erste Art ist etwas, was er vorfindet, was er als eine gegebene Tatsache hinnimmt. Durch die zweite Art macht er die Welt zu seiner eigenen Angelegenheit, zu etwas, das eine Bedeutung für ihn hat. Die dritte Art betrachtet er als ein Ziel, zu dem er unaufhörlich hinstreben soll.
Warum erscheint dem Menschen die Welt in dieser dreifachen Art? Eine einfache Betrachtung kann das lehren: Ich gehe über eine mit Blumen bewachsene Wiese. Die Blumen künden mir ihre Farben durch mein Auge. Das ist die Tatsache, die ich als gegeben hinnehme. – Ich freue mich über die Farbenpracht. Dadurch mache ich die Tatsache zu meiner eigenen Angelegenheit. Ich verbinde durch meine Gefühle die Blumen mit meinem eigenen Dasein. Nach einem Jahre gehe ich wieder über dieselbe Wiese. Andere Blumen sind da. Neue Freude erwächst mir aus ihnen. Meine Freude vom Vorjahre wird als Erinnerung auftauchen. Sie ist in mir; der Gegenstand, der sie angefacht hat, ist vergangen. Aber die Blumen, die ich jetzt sehe, sind von derselben Art wie die vorjährigen; sie sind nach denselben Gesetzen gewachsen wie jene. Habe ich mich über diese Art, über diese Gesetze aufgeklärt, so finde ich sie in den diesjährigen Blumen so wieder, wie ich sie in den vorjährigen erkannt habe. Und ich werde vielleicht also nachsinnen: Die Blumen des Vorjahres sind vergangen; meine Freude an ihnen ist nur in meiner Erinnerung geblieben. Sie ist nur mit meinem Dasein verknüpft. Das aber, was ich im vorigen Jahre an den Blumen erkannt habe und dies Jahr wieder erkenne, das wird bleiben, solange solche Blumen wachsen. Das ist etwas, was sich mir geoffenbart hat, was aber von meinem Dasein nicht in gleicher Art abhängig ist wie meine Freude. Meine Gefühle der Freude bleiben in mir; die Gesetze, das Wesen der Blumen bleiben außerhalb meiner in der Welt.
So verbindet sich der Mensch immerwährend in dieser dreifachen Art mit den Dingen der Welt. Man lege zunächst nichts in diese Tatsache hinein, sondern fasse sie auf, wie sie sich darbietet. Es ergibt sich aus ihr, daß der Mensch drei Seiten in seinem Wesen hat. Dies und nichts anderes soll hier vorläufig mit den drei Worten Leib, Seele und Geist angedeutet werden. Wer irgendwelche vorgefaßten Meinungen oder gar Hypothesen mit diesen drei Worten verbindet, wird die folgenden Auseinandersetzungen notwendig mißverstehen müssen. Mit Leib ist hier dasjenige gemeint, wodurch sich dem Menschen die Dinge seiner Umwelt offenbaren, wie in obigem Beispiele die Blumen der Wiese. Mit dem Worte Seele soll auf das gedeutet werden, wodurch er die Dinge mit seinem eigenen Dasein verbindet, wodurch er Gefallen und Mißfallen, Lust und Unlust, Freude und Schmerz an ihnen empfindet. Als Geist ist das gemeint, was in ihm offenbar wird, wenn er, nach Goethes Ausdruck, die Dinge als «gleichsam göttliches Wesen» ansieht. – In diesem Sinne besteht der Mensch aus Leib, Seele und Geist."
(aus: Rudolf Steiner - Theosophie, "Das Wesen des Menschen", GA 9, Dornach 1961, S. 24f)

Samstag, 5. Oktober 2013

Krieg. Erlebt, durchlebt, durchstorben.



Vor und nach dem 2. Weltkrieg: mein Vater















zur Vollbildansicht: auf das Foto klicken

Vor, im und nach dem Krieg

Fotograf Lalage Snow, stationiert in Kabul, Afghanistan, hat ein 8-monatiges Projekt mit dem Titel We Are The Not Dead mit Porträts von britischen Soldaten vor, während und nach ihrem Einsatz in Afghanistan begonnen.

Photographer Lalage Snow, who is currently based in Kabul, Afghanistan, embarked on an 8-month-long project titled We Are The Not Dead featuring portraits of British soldiers before, during, and after their deployment in Afghanistan.

Samstag, 28. September 2013

Lebensreise(n)


In der Biografie-Arbeit durfte ich eine fast 90jährige, wunderbare Dame kennen lernen, die fast ihr gesamtes Leben schon in dem Haus lebt in dem sie auch geboren wurde. Ich kann mir das beim besten Willen nicht ganz konkret vorstellen, wie sich das anfühlen würde, wenn ich so viele Jahrzehnte fast durchgehend auf einen Ort konzentriert gelebt hätte.

Da wurde mir noch einmal deutlicher zum Erlebnis, dass das viele Reisen in meinem Leben gar nicht so selbstverständlich ist, wie es mir als Kind und Jugendlicher erschien!
So kam ich auf die Idee hier anschaulich zu machen in welchen Lebensaltern (Jahrsiebten/Siebenjahresschritten) ich wo herumgereist bin (soweit ich das noch erinnern konnte).


Die Streckenverläufe sind im Detail nicht immer ganz exakt. Es soll nur die grobe Tendenz, so etwas wie eine Gesamtgebärde sicht- und empfindbar werden können...
1. Jahrsiebt

2. Jahrsiebt

3. Jahrsiebt

4. Jahrsiebt

5. Jahrsiebt

6. Jahrsiebt

7. Jahrsiebt

im 8. Jahrsiebt (nur die ersten 3 Jahre)

Umzugswege von der Geburt bis Jetztzeit

Die 21 Wohnorte in Deutschland

(A+B) ~ geboren an der Grenze zu Frankreich
(D) ~ Zeitraum "KiGa bis Gesellenbrief" im Gebiet der Zonengrenze
(N) ~ Zivieldienst, Studium und Kinder nicht weit weg von der holländischen Grenze
(T) ~ in Wuppertal beinahe über die Wupper gegangen
(U) ~ Grenzgebiet NRW/Niedersachsen

A bis D ~ 1., 2.+3. Jahrsiebt
I        ~     4. Jahrsiebt 
N + L  ~   5. Jahrsiebt
T       ~     5. / 6. / 7. Jahrsiebt
U    ~       7. / 8. Jahrsiebt

den kleinen privaten Kurort in Estland (7./8. Jahrsiebt) hab ich hier außen vor gelassen, da sonst deutlich weniger zu erkennen gewesen wäre - durch ihn würde sich die Kilometerzahl ziemlich genau verdoppeln

ergänzend: kurze Lebenslaufskizze

Freitag, 20. September 2013

Donnerstag, 19. September 2013

Erlebnis am Bruch

Erste Verdichtung des Erlebten:
Plötzlich knackt es laut, 20m entfernt im nahen Bruchwald und nur kurz sehe ich im Halbdunkel hinter Busch und Baum einen großen, dunklen Tierkörper. Meine Vorstellung "gefährliche Wildsau!" lässt mich 5m zusätzlichen Abstand nehmen. Nun beobachte ich genauer, empfinde den ungewohnten Ausdruck der Tierlaute detailgetreu, sehe ganz kurz einen Teil seines Körpers, bin mir aber nicht sicher, ob es vieleicht etwas anderes war. Dann kurz ein Elchkopf mit Geweih. Meine Angst verfliegt und ich gehe näher heran um ihn hoffentlich deutlicher zu sehen. Da bahnt er sich mit lautem, hektischen Krachen seinen Fluchtweg in den Nachbarwald.

Die zuvor aufgeschriebene, ungefilterte Erinnerung:
Im Garten, zwischen Lärche und Apfelbaum stehend, hörte ich im nahen Bruchwald ein sehr lautes Ästebrechen und vermeinte hinter den Büschen und unzähligen Stämmen und Ästen ein dickes dunkles Tier kurz erahnt zuhaben. Ich stellte mir sofort eine Wildsau vor und nahm schnell Abstand vom Bruchwaldrand. Das Tier bewegte sich wieder und machte sonderbare Laute, die ich irgendwo zwischen Unken und Grunzen einordnen würde, ein wenig klagend-suchend im seelsichen Ausdruck. Kurz vermeinte ich nun einen Elchkörper gesehen zu haben. Bei näherem Hinsehen auf diese Stelle waren dann nur braune Äste im Halbdunkel zu entdecken. Nach einer Weile war dann kurz Elchkopf und  -geweih zu sehen. Es war der erste Elchbulle, den ich in Estland in freier Natur (und dazu noch auf meinem Grundstück) gesehen habe! Da es keine Wildsau war, ging ich langsam näher an den Waldrand heran. Doch jetzt bemerkte er mich und - viele Zweige und kleine Stämmchen brechend - bahnte er sich schnell seinen Fluchtweg ins angrenzende Waldgebiet.
In den letzen Tagen hatte ich mich über eigenartig aufgebissene Äpfel und nicht zu Wildschweinen oder Rehen passende Trittspuren in daneben liegenden Äpfeln gewundert. Auf Elche war ich nicht gekommen. Ob er demnächst meinen Komposthaufen mit den vielen aussortierten Äpfeln drin durchwühlen wird? Die Vögel werdens ihm danken.

Mittwoch, 18. September 2013

Verletztheit und Schmerz. Frei von oder frei für?

"Wenn dich der Andere verletzt, kannst du die Verletzung vergessen; aber wenn du ihn verletzt, wirst du dich immer daran erinnern."
Khalil Gibran

....ist es so?
Oft mag man, wenns weh tut, nicht so genau auf den Schmerz hinschauen. Aber wofür ist denn der Schmerz da? Um uns zu quälen? Damit wir leiden? Ich glaube, dass sein Sinn ist: aufmerksam machen, mich auf etwas hinweisen. Also gebe ich dem Schmerz seinen Sinn, wenn ich achtsam hinhöre.
Was schmerzt da? Und: Wie schmerzt es?

Manchmal kann ich merken: das ist gar nicht mein innerster Wesenskern, der da "verletzt!" schreit, sondern mein Stolz oder meine Eitelkeit. Oder sonst irgend eine Vorstellung, die ich quasi wie als eine zweite Seelenhaut um mich rum gepackt habe.

Wenn jemand etwas "verletztendes" sagt, trifft es ja oft nicht die innere Wirklichkeit, ttrifft inhaltlich nicht ganz zu, be-trifft also nicht wirk-lich mich wie ich tatsächlich bin. Also kann es mich eigentlich auch nicht verletzen.
Und wenn jemand etwas sagt was mich wirklich so trifft wie ich nun mal bin, dann kann es zwar sehr weh tun, einfach weil es ganz wahr ist, aber es ändert nichts an dem, wie es ist, es macht nichts kaputt, es verletzt nichts.
Da weist der Schmerz nicht auf eine Verletzung hin. Sondern vielleicht auf Ecken in meiner Seele, die ich nicht so annehmen bzw. lassen mag/kann wie sie z.Z. noch sind.

Donnerstag, 30. September 2010

"Lebenslauf" einer Rose

Gottes Sonne schenkt den grünen, oft unbeachteten, vielen nur langweilig erscheinenden Blättern neben den harten Dornen Licht und Wärme und Kraft...
....irgendwann werden die Blätter kleiner, verkümmern fast, richten sich gar nicht mehr der Sonne entgegen, bilden abgekapselten Innenraum....
....dieser bekommt aus den Blättern entlang des schmalen Dornenweges weiterhin Licht,Wärme und Kraft der Sonne...
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...bis eines Tages da soooo viel drin ist, dass es einfach herausplatzen muss:
und es wird offenbar, wie der Dornenweg Licht und Wärme und Kraft
verwandelt hat in eine liebevolle Zartheit der Blätter, in eine Farbe,
die die Seele anrührt, in einen Duft der zu Herzen geht,
in eine Rosenblüte die auch allein einen ganzen Garten
zu schmücken vermag, wenn sie nicht mehr anders kann
als sich selbst mit den Gaben Gottes zu schmücken.... :-)
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Da mögen gern die kommen, die nach Seiner Sonne tanzen um sich zu orientieren, und nun die Möglichkeit zur guten Frucht, zur guten Saat fleißig von Rose zu Rose, von Garten zu Garten tragen: viele kleine muntre Bienen.
.J.Matthias Hesse

Dienstag, 28. September 2010

Die 4 Temperamente in den vier "Jahreszeiten" des Lebens

Wenn man sich jeweils viele Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Alte Erwachsene auf Temperamente hin anschaut kann man entdecken, dass jedes dieser 4 Lebensalter sein Schwerpunkt-Temperament hat (natürlich gehören immer alle 4 in jedes Alter!)


Die Sanguinik der Kinder ist für viele wie mit Händen zugreifen.
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In der Weltschmerzphase, im Ü b e r g a n g von der Kindheit zur Jugend, gibt es auch tiefste Melancholie (und die statistisch meisten Suizide), die jedoch sowohl sanguinisch als auch mit einer eigenen Cholerik auftreten kann.
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Aber erblühte Jugend selbst ist voller Idealismus, voller Tatendrang und darf auf eine Weise in "heiligen" Zorn und Empörung geraten, wie es für einen Erwachsenen nicht mehr angemessen wäre.
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Aus innerem Feuer heraus die Welt für sich zu erobern und zu verändern, würde ich als Cholerik ansehen (deren Schatten z.B. ein unangemessener Wutanfall ist).
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Leider wird diese wunderbare Jugendqualität durch gesellschaftliche Systemschwächen in Schule und Arbeitsmarkt oft unterdrückt oder gebrochen, so dass es dann in Autoagression oder in körperliche Gewalt umschlägt.

Wer die Ausbildung hinter sich hat und im Beruf steht, wer Familie hat, der kommt nicht klar, wenn er zu sanguinisch lebt, wen er zu impulsiv entscheidet, wenn er etwas Angefangenes nicht über Monate und Jahre durchhält und durchträgt und er treu an langsamen Veränderungen arbeitet, die in vielen kleinen Schritten bestehen.
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Dabei besteht die Gefahr philiströs und spießbürgerlich zu werden, die eigenen feurigen Ideale der Jugend zu vergessen oder gar zu verraten, Wohlstand über aktiven Geist zu stellen und sich zu sehr in seichteren Wiederholungen wohl zu fühlen.
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So gesehen würde ich der Zeit zwischen Jugend und Alter eher das Phlegma zuschreiben.

Was man alles erlebt und getan und gedacht und unterlassen hat im Laufe von vielen Jahrzehnten, fängt man erst mit dem sich ankündigenden Alter an richtig zu verarbeiten, zu durchdenken, durchsinnen, durchzuempfinden, aus dem Überblick heraus viele sinnige Zusammenhänge zu entdecken und Lebensweisheit echt gelebt zu vertiefen.
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Das kann zu seelisch-geistiger Tiefe und Weite des Hezens führen die einen besonderen Glanz den Augen verleiht, eine Klarheit die ohne Worte durch mehrere Dimensionen gleichzeitig blickt, eine Gediegenheit, die nur erwachsen kann, wenn so mancher innere Tod gestorben wurde, wenn man nicht nur mit dem Kopf weiß, dass da etwas Ewiges in einem Selbst und im Leben ist, das durch alle Tode hindurch dasjenige "Gold" bleibt, dass es schon zuvor in der Ewigkeit war.
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Wo so viel Licht sein kann, kann natürlich auch viel Schatten sein: Alte Menschen können besonders schwermütig werden.
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So sehe ich im Alter die Kontraste dessen, was mit Melancholie zu tun hat.

Um es zusammenfassend zu charakterisieren:
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-Die Sanguinik bringt das Kind von alleine naturgemäß mit (natürlich mit individuellen Nunacierungen).
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-Idealismus, Revoluzzertum, Tatendrang etc. der Jugend kommt noch einigermaßen wie eine Naturgewalt von selbst daher. Hier steht aber schon einiges in der Selbstverantwortung des Jugendlichen.
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-Erwachsenwerden heisst dann ganz selbsteverantwortlich werden, selbstverantwortet als Persönlichkeit wachsen und reifer werden. Je älter man wird, um so weniger passiert das von alleine. Logischer Weise. Erwachsenwerden hört eigentlich nie auf. Idealer Weise zumindest.
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-Wer spätestens im Übergang zum Greisenalter nicht aktiv die positive Seite der Melancholie in die Hand nimmt und sich übt sie einzusetzen, der rutscht später nur all zu leicht in die Schattenseiten der Melancholie und wird dann, statt zum seelisch-geistigen Segen nur noch zu Last für sich und andere.

Montag, 27. September 2010

Herbst: eine warmherzig-melancholische Jahreszeit. Seelisch-geistiges Erntedankfest.

Bei dem Wort Melancholie denken wir leicht an Schwermut und bei dem Wort Schwermut leicht an Depression. Ich sehe da - aus eigenen Erfahrungen heraus - Unterschiede....:

Jeder seelisch halbwegs normale Mensch hat alle vier Temperamente in einem wechselnden Mischungsverhältnis in sich: Melancholie, Phlegma, Sanguinik und Cholerik

wesentlicher Kern einer g e s u n d e n Melancholie ist vor allem das tiefschürfend-fragende, detaildurchleuchtende kristallklare Denken

eine mit ihrem typischen "Eigengewicht" empfindbare, temporär auftauchende Spur von Schwermut kann durchaus zur Melancholie gehören, ohne dass man sich schon als krankhaft melancholisch bezeichnen müsste

von der Schwermut zu unterscheiden wären dann verschiedene Formen der Depression (das auszuführen will ich mir und uns hier ersparen)

Schwermut ist eine Art innerer Druck der durch ein Schwere-Empfinden entsteht - "Depression" ist dem Wort nach aber Drucklosigkeit, also tendenziell eher schwerelos.

von der Fehleinschätzung, jegliche Schwermütigkeit wäre an sich schon etwas ungesundes, sollte man sich nicht depressiv machen lassen ;-)
durch eine Depression schwermütig zu werden kann hingegen eine ganz gesunde Reaktion der Melancholie auf die Depression sein

und wer sich von der still sprechenden Schwere der Schwermütigkeit leiten lässt, kommt vielleicht schneller mitten durch die Depression hindurch, als wenn er eines der anderen Temperamente künstlich aufzuputschen versucht um damit gegen die Depression anzukämpfen

da dieses "gegen" ins Leere gehen muss, denn Depression ist kraftmäßig gesehen "leere Luft" und ein cholerisches oder sanguinisches "gegen" die Kraft-Leere eher noch mehr zum Erleben bringt

Mittwoch, 22. September 2010

Wie reich ist Deine Seele!

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Reich mir deine Hand, leih mir dein Ohr:
gleich einem Land kommt deine Seele mir vor.

Es spiegeln in den Seen sich Sonne und Sterne.
Und an den Bergmassiven gewittert es so gerne!

Dort in der lichten Weite am Meer....
...weht erfrischend frei der Wind umher...

Die Bäume blühen; ihr Laub vergeht.
Wenn Jahre gehen - Dein Stern besteht!

© J.Matthias Hesse

Montag, 31. Mai 2010

Vorurteile, Erlebnisbeschreibung, Wahrheitsfindung

Vor(zeitige)urteile sind meiner Ansicht nach lebensnotwendig. Ich kann nicht immer warten, bis ich mir ganz sicher sein kann, nun das einzig der Wahrheit vollkommen entsprechende Urteil fällen zu können.
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Zudem komme ich oft zu einem reifen Urteil gar nicht ohne anfängliches Urteilen.
Da Wahrheit meist viele Seiten und Ansichten hat, muss ich gezwungener Maßen den Weg um die Wahrheit rundherum beschreiten und Ansicht um Ansicht einehmen und (zumindest anfänglich) beurteilen. Erst aus einer Gesamtschau können sich alle Ansichten gegenseitig ergänzen und korrigieren.
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Ob unser Kopf (halbwegs) rund ist, um ihn, ähnlich wie eine 360°-Kinokugel, für ganzheitliche Wahrheitsfindung nutzen zu können?
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Zur richtigen Zeit und am richtigen (ineren) Ort sind Vorurteile - als Arbeitshypothese gesehen - etwas gutes, ja: notwendiges!
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Schwierig kann es werden, wenn ich aus dem Bewusstsein verliere, dass ich mir "nur" ein Vor(läufiges)urteil gebildet hatte. Und dann in Versuchung gerate damit so umzugehen, als sei es ein endgültiges Urteil. Woraus dann die nächste Versuchung erwachsen kann, dass ich es (vielleicht auch ohne es mir recht bewusst zu machen) wie ein Dogma einsetze.
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Daran kann man sehen, das etwas Gutes nicht immer Gut sein muss. Dass es nur dann gut ist, wenn es zur richtigen Zeit am richtigen Ort im richtigen Maß zur Wirkung gebracht wird.
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Das kann man auch bei Kindern lernen. Was gut und richtig ist einem Kind mit 3 Jahren vorzuleben kann schon 2 Jahre später etwas daneben sein. Und nochmal einige Jahre später sogar völlig kontraproduktiv wirken.

Das ist Leben. Das ist Weg. Beides kann uns zur Wahrheit führen. Christus ist selbst alles drei (laut der "Ich-Bin-Worte" des Johannesevangeliums).
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Die innere Gewichtung dieser drei zueinander fällt uns oft ähnlich schwer wie unser Denken, Fühlen und Wollen so aufeinander abzustimmen, dass ein richtiger Dreiklang entsteht.
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Ob man wohl in Erlebnissen mit Kindern auch einen Anklang vom größten aller Dreiklänge heraushören oder herauslasuchen kann? Einen zarten Anklang von (Gott)Vater, (Seinem)Sohn und (Heiligem)Geist ...?
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Wenn man möglichst auf Vor(läufige)urteile verzichten üben will, bieten sich tatsächliche Erlebnisse wunderbar dazu an, sie z.B. so gewissenhaft wie möglich interpretationsfrei zu schildern (alles, was einem an Interpretation "in den Fingern juckt" kann man ja sepparat formulieren). Dieser freie Verzicht auf alles was im Erlebnis nicht tatsächlich erlebt wurde/wird, gehört zu den Fingerübungen der Biografie-Arbeit.

Freitag, 29. Januar 2010

Das göttliche "Kindlein" im anderen


Zufällig erfuhr ich kürzlich aus der Erzählung einer 14 Jahre älteren Schwester, dass wir 1963 in Jesulo (nördlich von Venedig) waren. Dort erlebte ich was in die "Weihnachtsgedanken 2008" einfloss.

bei dem Ortsnamen `Jesulo´ musste ich wieder an untenstehenden Text von vor über einem Jahr denken und dachte: `wie passend zur Intention der Geschichte`

so hat sich nun von außen her biografisch gerundet (sicherlich nicht abgeschlossen) was etwa 12 Monate zuvor innerlich aufleuchtete:


Einst lag ein blondgelocktes Kindlein gebettet zwischen Himmel und Erde in einer Hängematte. Es badete mit Leib und Seele in der sommerlich warmen Luft und im mediterranen Licht der Sonne, im zarten Rauschen der fernen Strandungswellen, genoß mit jeder Faser seines Körpers den herzhaften Duft sonnenerwärmter Piniennadeln auf dem sandigen Boden und vermeinte tief-verträumt, das Zirpen der Grillen käme vielleicht aus Duft und Hitze. Denn es wusste noch nichts von den Grillen (der Menschen).
Plötzlich sah es sich von schwarzhaarigen Menschen mit braunen, vom Leben gezeichneten Gesichtern umgeben. Kaum dass sie das Kindlein erblickten, verschwand alle auf ihnen lastende Schwere des Alltages. Sie wurden hell und fröhlich, als sei in einem jeden von ihnen das eigene verborgene Kindlein erweckt worden.
Ihre reine Freude, die aus weiten Herzen strömte und ihre sehr lebendige Begeisterung teilten sie den beiden Eltern des Kindleins in Worten einer fremden Sprache mit.
Doch das Fremde, das sonst ja so leicht die Menschen voneinander zu trennen vermag, schmolz im sonnigen Licht der gemeinsamen Freude schnell und fast unmerklich dahin.
Das Kindlein aber freute sich, dass es durch sein bloßes so-Sein seinen lieben Eltern zu einer großen Freude verholfen hatte.

So wie damals jenen Italienern das kleine blonde Kind, so möge das Fest des Christ-Kindleins uns, die auch wir vom Leben gezeichnet sein dürfen, Freude bescheren! Auch Freude darob, dass Christus in unserem Herzen das Gefühl für unser eigenes himmlisches Kindlein zu wecken vermag.

Wie ich mich als dieses Kindlein gefühlt habe, das kann ich auch entdecken, wenn ich mich z.B. an kleinen Kindern freue, mich mit ihrer Hilfe erinnere, wie ich damals war. Oder z.B. wenn ich mich dann - so weit wie möglich zurückerinnere und mich frage: wie habe ich in dem damaligen Kleinkind-Sein mich selbst empfunden, mich, der ich all dieses wahr nahm?

Beides wurde mir zu Weihnachten 2008 geschenkt!

Zum erste mal in meinem Leben hatte ich ausdrücklich geplant Weihnachten mehr meditativ und aus diesem Grunde ganz allein zu feiern. Dass ich unversehens am 23. in die Weihnachtsfeier des Dorfes und anschließend in die Weihnachtsfeier in der Familie von Kristjan und Katri geriet, sah noch so danach aus, als ob sich günstig das Gemeinschaftliche von allein vor die Weihnachtszeit füge.

Kaum hatte ich am 24. meine Hausarbeit abgeschlossen, klopfte es aber an der Tür. L., die direkte Nachbarin, stand mit 2 Töchtern in der verschneiten Dunkelheit, wünschten mir gesegnete Weihnachten und überreichten mir kleine Geschenke. Zudem luden sie mich zu ihnen zum reichhaltigen Abendessen ein. Kaum 10 min. darauf traf ich in ihrer sehr einfachen, ärmlichen Behausung ein (4 Erwachsene und 5 Kinder wohnen in 3 kleinen Räumen und einer Küche, die nicht groß genug ist dass ein Esstisch für alle hineinpassen würde).

Nebst der stillen Herzlichkeit der Gastgeberin leuchteten vier Kleinkindaugen fast wie funkelnde Sterne – die äußere Ärmlichkeit bei weitem überstrahlend. D. ist 3 2/3 Jahre und E. wird am 30.12. 1 Jahr alt. Mit ein paar einfachen spielerischen Bewegungen ließen sie sich jauchzend vor Glück machen. Und der Kleinen offensichtliches Glücklichsein hob die allgemeine Stimmung und einte alle z. T. doch sehr unterschiedliche Menschen im Raum.

Durch die Beschäftigung mit der künstlerischen Biografie-Arbeit fiel mir am 25.12. meine wohl „jüngste“ Kindheitserinnerung wieder ein. Entgegen den Gepflogenheiten in der Biografiearbeit habe ich sie für diesen Sternpost-Brief nicht als reines Erlebnis aufgeschrieben sondern bewusst auf mein Weihnachtsthema hin ausgemalt. Auch die Skizze, mit der ich mich der Idee näherte, bevor ich sie in Worte fassen konnte, stellt zum Glück nicht die fotografische Wirklichkeit dar. Und ist vielleicht doch in gewissem Sinne der Wahrheit näher....


Wenn vom alten weisen Evangelisten Johannes überliefert ist, dass er täglich der Gemeinde mit Herzblut die Worte gab „Kindlein, liebet einander“, dann kann sich das für uns mit unseren heutigen Ohren entweder leicht kindisch oder auch leicht herablassend anhören.

Seit heute glaube ich mit innerlich jubelnd-lichter Klarheit, dass er meinte, dass das „Kindlein“ in uns (unser eigentlicher ewiger Wesenskern, unsere innerste Sonne) das „Kindlein“ im Menschenbruder erkennen und lieben möge. Notfalls auch durch alle äußere Ärmlichkeit und Unvollkommenheit hindurch. Aber wohl auch durch allen äußeren Erfolg, Glanz und Reichtum hindurch.

Und auf der Grundlage dieses Erkennens und Liebens des innersten und ewig Göttlichen im anderen durch eben selbiges in mir bekommen auch die Worte „Friede den Menschen die eines guten Willens sind“ eine tiefere Lebenswirklichkeit, eine tragende Lebenskraft!

Samstag, 24. Oktober 2009

Schweinegrippe, Impf-Wahn, Pandemie-Panikamche

Impfen gegen "Schweinegrippe" ? ...wenn man sich nicht bange machen lässt und ruhig über verschiedenes nachdenkt und sich aus verschiedensten Quellen Infos holt, dann entdeckt man mehr als in den Nachrichten gebracht wird, z.B.: schon bei der sog. "Spanischen Grippe" von 1918 starben ausgerechnet solche Menschen, die zuvor an den Massenimpfungen teilgenommen hatten (das Muster der Ausbreitung folgte zeitlich und zahlenmäßig ebenfalls den Impfungen und nicht den Gesetzmäßigkeiten einer Seuche). Daran kann man merken: durch Un- und Halbwahrheiten wird in der Welt viel unnötige und krankmachende (und teilweiseTod-bringende) Angst unter den Menschen erzeugt.
Aber wenn Menschen sich aufraffen, da Licht hineinzubringen und den Mut haben wirklich nach Wahrheit zu suchen, dann arbeiten sie vorbeugend für die Gesundheit der Menschen.

Wer wirklich auf Gott und alle die ihm dienen vertraut, hat weniger Angst. Und wer weniger Angst hat, ist deutlich weniger anfällig für Viren (und Bakterien) jeglicher Art. Das war schon im Mittelalter bei der Pest so: die Menschen die ohne Angst tagtäglich Pestkranke pflegten wurden selbst nicht krank! Und damals waren die hygienischen Zustände sehr viel schlechter als heutzutage!!! Dass Viren und Bakterien nicht wie im PC einfach wirken können, nur weil sie da sind, sondern erst dann krankmachend werden, wenn das biologische Körpermilieu ihnen das ermöglicht, ist eigentlich nicht neu.

Aber: wenn das Allgemeinwissen würde, ständen die Impfstoffhersteller (ihrem Gefühl nach) vor dem Konkurs! Und der weltweite politische Skandal wäre perfekt, da die Tricks der Produzenten ans Licht der Allgemeinheit kämen und deutlich würde wie Presse und Politiker darauf eingestiegen sind. Wie viel Milliarden Steuergelder wurden für Impfstoffe allein in Deutschland verschwendet????

Zur allgemeinen Schadensminimierung sollten sich möglichst wenige Menschen das Gift-Zeug
spritzen lassen! Erst recht nicht die Kranken und Schwangeren!
In Schweden haben die Impfungen begonnen, und prompt treten teils sehr starke Nebenwirkungen auf: www.schweinegrippe-h1n1.seuchen-info.de

eine humorvoll bebilderte Homage an "Desiderata"